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Ein Stück in zwölf Bildern (Theaterstück)

Im Jahre 1946 schreibt Max Frisch eine erste Notiz über die Planung dieser literarischen Arbeit. In den Jahren danach schreibt er eine Prosafassung und nach mehreren Umarbeitungen erschien das Stück 1961. Im selben Jahr fand in Zürich die Uraufführung statt.

Das Werk abstrahiert im Grunde von der konkreten Geschichte der Judenverfolgung in den Jahren des Nationalsozialismus. Es liegt hier nicht eine Dokumentation des Judenschicksals vor, sondern eine modellhafte Situation, in der ein Einzelner sich einer Gesellschaft voller Vorurteile gegenüber sieht. Die von Xenophobie und Chauvinismus gekennzeichneten Andorraner verhalten sich gegenüber jedem, der 'anders' ist, feindselig. Alle tragen ohne jeden Zweifel Schuld am Untergang der Hauptperson, Andri. Alle lassen sich ihr ganzes Leben lang durch Angst regieren. Angst vor dem Fremden, Angst vor dem Ungewöhnlichen, Angst vor der gesellschaftlichen Moral, die zugleich auf Angst basiert. Nicht ein eigenes ethisches Gewissen, sondern die Moral der Gesellschaft ist entscheidend für die Verhaltensweise der Andorraner. Hätte der 'Lehrer' sich durch diese Moral nicht führen lassen, so wäre Andri nicht für einen 'anderen' gehalten und hätte die Geschichte vermutlich diesen Lauf nicht genommen, obwohl das am 'Volksempfinden' überhaupt nichts geändert hätte.

Der Name 'Andorra' hat mit dem pyrenäischen Kleinstaat keinerlei Verbindung. Das 'weiße' Andorra wird scheinbar von den Schwarzen im Nachbarstaat bedroht. Die Art und Weise, wie Frisch das Stück gestaltet hat, sozusagen in zwölf Szenen (Bildern), wirkt manchmal verfremdend durch eine gewisse Ironisierung der Aussagen und Dialoge aber auch durch die Form des Stückes. Sie wirkt aber niemals witzig, weil sie der Aufklärung der Zuschauer dient. Ironie schafft meistens Distanz und nach Bertolt Brechts Theatertheorie ist Distanz erforderlich für den Lernprozeß des Zuschauers.

Die einzigen Namensträger im Stück sind Andri und Barblin. Die übrigen Rollen tragen abstrakte Namen wie 'Lehrer', 'Soldat', 'Wirt', 'Pater', 'Tischler', 'Doktor', 'Geselle' usw.

Zwischen den Szenen tritt jeweils eine Person an die Zeugenschranke im Vordergrund. Die Personen verantworten sich im nachhinein über ihr Verhalten. Alle, außer dem Pater, leugnen ihre Schuld. Nach dem 'Ersten Bild' tritt z.B. der Wirt an die Zeugenschranke. Aus seiner Aussage geht schon ein Teil der Vorgeschichte hervor:



"Ich gebe zu: Wir haben uns ... getäuscht. ... Niemand von uns hat wissen können, daß Andri wirklich sein eigener Sohn ist, ... Ich bin nicht schuld."



Aus dieser 'Zeugenaussage' wird klar, daß der 'Lehrer' nicht, wie er behauptet hat, ein 'Judenkind vor den Schwarzen da drüben' gerettet hat, sondern daß Andri sein eigenes uneheliches Kind war. Hier wird also schon vorweggenommen, daß Andri und Barblin Halbgeschwister sind.



Erstes Bild

(Barblin, Soldat, Pater, Jemand, Lehrer, Tischler, Wirt, Andri)

Barblin weißelt die Mauer ihres Vaters Wohnung. Unterdessen finden Gespräche statt. Barblin hat Angst wegen Nachrichten über einen vermeintlichen Angriff der 'Schwarzen von drüben'. Lehrer und Tischler reden über Andri und verhandeln über den Preis einer Tischlerausbildung für Andri. Tischler fordert einen viel zu hohen Preis. Lehrer redet weiter mit dem Wirt über die Frage, woher alle wissen, daß Andri Jude sei, und über den Pfahl, der plötzlich auf dem Platz steht. Eine Prozession geht an ihnen vorbei. Alle schließen sich an. Nur Andri bleibt zurück und wird vom Soldaten sehr unziemlich behandelt. Der Soldat schimpft ihn einen Juden.



Zweites Bild

(Andri und Barblin)

Barblin und Andri unterhalten sich und Barblin versucht Andris Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Sie will geküßt werden aber Andri kann bloß an sein 'Anderssein' denken, wie ihm das von seiner Umgebung dauernd eingeprägt wird.



Drittes Bild

(Tischlerei)

Andri wird angeblich ausgebildet, weil sein Vater dem Tischler 50 Pfund bezahlt hat. Der Geselle und er machen beide einen Stuhl. Andri hat den besseren Stuhl gemacht aber der Tischler hält absichtlich trotz Andris heftiger Einsprüche den Stuhl des Gesellen für den Andris und weist ihn zurück. Andri darf die Lehre nicht fortsetzen. Er soll Bestellungen schreiben und er kriegt dann nach der Zahl der Bestellungen bezahlt.

'Das ist's, was deinesgleichen im Blut hat, ... und jedermann soll tun was er im Blut hat. Du kannst Geld verdienen, Andri, Geld, Geld, viel Geld ...'

Das Fach eines Tischlers habe Andri nicht im Blut, so die Voreingenommenheit des Tischlers.



Viertes Bild

(Beim Lehrer. Andri, Doktor, Mutter, Barblin)

Der Arzt untersucht Andri. Er entlarvt sich schon sehr bald als Antisemit. (Als Wissenschaftler unterlag er seinen Kollegen, die manchmal jüdisch waren.

'Das Schlimme am Jud ist sein Ehrgeiz. In allen Ländern der Welt hocken sie auf allen Lehrstühlen ...'

Lehrer wirft den Arzt hinaus.

Dann sagen Andri und Barblin dem Lehrer, daß sie heiraten möchten. Vor Schrecken läßt der das Essen zu Boden fallen und er gerät außer sich vor Wut. Er verbietet es den beiden, ohne weitere Erläuterung.



Fünftes Bild

(Auf dem Platz vor der Pinte. Lehrer, Wirt, Jemand)

Lehrer schimpft über die Tatsache, daß Andri seine Tochter heiraten will. Zugleich wird die Lage immer bedrängender: 'Die da drüben drohen wieder.'



Sechstes Bild

(Vor der Kammer der Barblin. Andri schläft auf der Schwelle. Soldat kommt.)

Während der Soldat sich heimlich in Barblin Zimmer hineinschleicht, redet Andri vor sich hin über seine Hochzeitspläne. Dann erscheint der Lehrer. Er sagt Andri, daß er ihm die Wahrheit sagen will. Andri ist aber immer noch wütend auf ihn und versucht Barblins Zimmer zu betreten. Der Soldat, zum Teil entkleidet, kommt aus dem Zimmer und verjagt Andri. Aus dem Bild läßt sich schließen, daß der Soldat Barblin vergewaltigt hat.



Siebtes Bild

(Pater und Andri)

Es findet ein Gespräch zwischen dem Pater und Andri statt. Andri beklagt sich über die Tatsache, daß er kein Tischler werden darf. Er sei anders und werde von keinem akzeptiert. Der Pater lobt Andri aber und sagt, er freue sich gerade über den Menschen Andri. Andri bleibt aber dabei und bricht weinend zusammen.



Achtes Bild

(Auf dem Platz von Andorra. Doktor, der Wirt, der Tischler, der Soldat, der Geselle, der Jemand, der eine Zeitung liest.)

Diskussion auf dem Platz vor der Pinte über den möglichen Überfall. Der Wirt wird vom Jemand ausgelacht wegen seines Sprachgebrauchs. (Er sprach von einer 'Fremdlingin'. Offensichtlich hat sich eine Ausländerin gemeldet, die Senora.) Andri zeigt sich ganz kurz auf der Stelle aber verschwindet wieder sehr schnell. Eine Dame mit ihrem Gepäck (die Senora) wird mißtrauisch beobachtet. Dann erscheinen einige Soldaten auf dem Platz. Andri fordert in seiner fortdauernden Wut den Soldaten heraus und wird von diesem und dessen Kameraden verprügelt. Senora mischt sich ein und die Soldaten gehen davon. Dann sagt Senora zum verwundeten Andri:



"Bring mich zu deinem Vater".



Im Vordergrund stellt sich heraus, daß Senora Andris wirkliche Mutter ist. Sie stellt den Lehrer zur Rede und sagt ihm, seine Lüge zu widerrufen und die ganze Wahrheit zu bringen. Er will es aber nicht, weil er Angst hat, daß "... sie die Wahrheit nicht wollen".

(Max Frisch schreibt hier PAUSE vor)



Neuntes Bild

(Senora und Andri, später auch Pater und Lehrer)

Senora verabschiedet sich und sagt Andri nicht, daß sie seine Mutter ist. Lehrer hat inzwischen Mutter die Wahrheit erzählt und der Pater erzählt dann Andri die Wahrheit. Dieser glaubt ihm aber nicht, weil er sich selbst als Jude betrachtet.

Lehrer kommt herein und sagt, daß die Senora getötet wurde durch einen Steinwurf. Die Andorraner versuchen das dem Andri anzuhängen.



Zehntes Bild

(Platz. Andri allein)

Lehrer versucht Andri zu überzeugen, sich aus dem Staube zu machen. Aus der Ferne schwillt ein Dröhnen an. Aus Lautsprechern klingen Geräuschfetzen hinüber. Die Andorraner hissen schon schwarze Fahnen und werfen ihre Gewehre von sich. Sie fordern vom Lehrer, daß auch er sein Gewehr einliefert. Der weigert sich aber er wird von einigen Andorranern entwaffnet. Dann stürzt er davon und sucht seinen Sohn.



Elftes Bild

(Andri und Barblin vor Barblin Zimmer)

Andri spricht sie an über den Soldaten und Barblin fängt zu schluchzen an. Andri macht ihr große Vorwürfe. Inzwischen kommen die Schwarzen. Andri, in toller Wut, versucht, Barblin die Kleider vom Leib zu reißen. Barblin weiß schon, daß Andri ihr Bruder ist und weist ihn ab. Es klingelt. Barblin redet auf Andri ein, sich zu verstecken. Sie versucht, die Soldaten aufzuhalten, aber Andri wird abgeführt zur Judenschau. Barblin wird "Judenhure"geschimpft.



Zwölftes Bild

("Judenschau" auf dem Platz. Der Platz ist von Schwarzen umstellt. Alle Andorraner sind da. Sie diskutieren die Lage flüsternd.)

Alle kriegen ein Schwarzes Tuch über den Kopf. Der Doktor ist voller Bewunderung über die Organisation der Schwarzen. Barblin irrt über den Platz und flüstert jedem etwas ins Ohr. Keiner versteht sie und alle wenden sich ab. Dann fängt die "Judenschau"an. Barblin erhebt Einspruch und wird abgeführt. Das Ganze wird praktisch zur Groteske, in der alle Vorurteile der Andorraner nochmals gezeigt und illustriert werden.

Schließlich wird Andri vom "Judenschauer" "entlarvt". Es wird dunkel und er wird umgebracht. Lehrer hat sich inzwischen verhängt.



In Andorra weißelt eine kahlgeschorene und vor Kummer irrsinnig gewordene Barblin das Pflaster, die Häuser, eigentlich das ganze Andorra. Der Pater versucht noch, mit ihr zu reden, aber das gelingt ihm nicht. Sie kann nur wiederholen: "Ich weißle, ... ich weißle."



Im Stück kann man alle Ursachen der Unmenschlichkeit beobachten, wie Eifersucht, Neid, Frust, Angst, Egoismus usw.
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