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Jurek Becker (1937-1997): Jakob der Lügner (Roman, 1969)



Personen: Jakob Heym, sein Freund Kowalski, Mischa (ein etwa 25jähriger Bursche), Rosa (seine Freundin), Nina (ein Mädchen das ihre Eltern verloren hat und dessen sich Jakob angenommen hat) und sonstige



Es handelt sich um eine auktoriale Erzählung in der Form einer Rahmenerzählung. Schon der einleitende Text über das Thema "Baum" ist ein Meisterstück. "Ich höre schon alle sagen, ein Baum, was ist das schon ...", fängt der Erzähler an. Aber Bäume waren strengtsens verboten im Getto, wie viele andere Dinge. Der Erzähler hatte in einem Getto einen gewissen Jakob Heym kennengelernt, dessen Geschichte er aufgezeichnet hat und die er nun erzählen will. Die Geschichte fängt an einem Abend an. Es ist schon dunkel. Jakob geht über die Straße im Getto und steht schlagartig im hellen Licht eines Scheinwerfers. Nach Ansicht des deutschen Wachpostens ist es schon Sperrzeit. (Nach acht darf kein Gettobewohner mehr auf die Straße. Später stellt sich heraus, daß es so spät noch gar nicht war, aber die jüdischen Gettobewohner dürfen u.a. keine Uhr besitzen, sodaß sie nie die richtige Uhrzeit wissen.) Der Posten, der also offensichtlich Spaß mit Jakob treiben will, verweist Jakob ins Polizeirevier, wo er um eine "gerechte Bestrafung" bitten soll. Im Gebäude sucht Jakob den Wachhabenden und während der Suche hört er aus einem Radio eine Nachricht, wonach die Russische Armee die Deutschen bis "zwanzig Kilometer vor Bezanika" zurückgeschlagen habe. Jakob kommt ohne Strafe davon. Irgendwie aber muß er seinen Freunden die gute Nachricht mitteilen. Am nächsten Tag sagt er Mischa, einem 25jährigen Jungen, mit dem er zusammen auf dem Bahnhofsgelände arbeitet, daß er ein Radio hat und er erzählt die gute Nachricht, die Russen stünden schon vor Bezanika. Jakob muß schon sagen daß er ein eigenes Radio habe, denn er kann nicht sagen, daß er die Nachricht im Polizeirevier gehört habe. Die nächste Frage wäre dann etwa gewesen: "Was hast du im Polizeirevier gemacht?" Derjenige, der zum Verhör auf der Polizeiwache ist und ohne weitere Folgen weggeschickt wird, muß einfach ein Spitzel sein. Nach einigen Tagen weiß fast jeder, daß Jakob ‘ein Radio besitze'. Durch seine Mitteilung hat er zwar das Dilemma des Aufenthalts im Revier aufgehoben, aber sie führt dazu, daß Jakob vortan bei folgenden Nachfragen nach dem Zustand an der Ostfront immer wieder neue Nachrichten erfinden und also LÜGEN muß, denn seine Schicksalsgefährten verlangen von ihm, daß er sie dauernd auf dem Laufenden hält. Damit nimmt Jakob eine große Verantwortung auf sich, denn es entstehen neue Hoffnungen bei den Menschen. Es könnten sogar falsche sein. Aber die Selbstmordrate unter den Bewohnern nimmt ab. Das ständige Lügen wird dem Jakob aber eine zu große Belastung. Einmal, als einige Gettobewohner ihn kritisieren, weil auch sie von der ‘Radiosituation' gefährdet sind, macht Jakob den Versuch, ein Geständnis abzulegen, aber seine nicht allzu klare Formulierung wird von ihnen überhört. Ihm bleibt nichts anderes übrig als weiterhin zu lügen. Nur seinem besten Freund Kowalski vertraut er die Wahrheit an. Kurz danach begeht Kowalski Selbstmord. Für Jakob praktisch das schlimmste was passieren konnte. Er gibt dann endgültig die Wahrheit auf und sieht es als seine Aufgabe, die neue Hoffnung für die Leute aufrechtzuerhalten.



Es gibt noch viele Nebengeschichten, wie die Geschichte von Mischa und Rosa, die Geschichte von Nina und noch einige, die der Erzähler uns, trotz der tiefen Tragik, ohne Pathos, Distanz schaffend, mit mildem Humor und zuweilen heiter, mit Witz und leichter Ironie, erzählt. ("Wenn Sie Schriftsteller sein wollen", so sagte Becker im Sommer 1989 in einer Poetikvorlesung an der Frankfurter Universität, "leiden Sie an etwas ... . Ohne ein Unglück können Sie nicht einmal Witze über Ihr Unglück machen.") Der Erzähler überlegt sich sogar die Möglichkeit, der Geschichte einen anderen Ausgang zu geben: "Ich habe mir gesagt, eigentlich jammerschade um eine so schöne Geschichte, daß sie so armselig im Sande verläuft, erfinde ihr ein Ende, mit dem man halbwegs zufrieden sein kann ... Aber dann sind mir doch starke Bedenken gekommen betreffs der Wahrhaftigkeit".



Sozusagen gemütlich plaudernd wendet sich der auktoriale Erzähler unmittelbar an den Leser und teilt dem mit, was er hinsichtlich der Geschichte alles überdacht hat. Der Entschluß fällt ihm schwer:



"Und jetzt stehe ich da mit den zwei Enden und weiß nicht, welches ich erzählen soll, meins ode das häßliche. Bis mir einfällt alle beide loszuwerden ..."



Und dann erzählt er tatsächlich "... zuerst ein Ende, das sich nie ergeben hat."



Später entscheidet er sich dann doch für die ‘Wirklichkeit', "... das blaßwangige und verdrießliche, das wirkliche und einfallslose Ende ...".



Jakob und Nina werden zusammen mit den anderen ins KZ-Lager abtransportiert.



Das Werk , das eins der gelungensten literarischen Werke mit dem Thema Judenvernichtung ist, ist von autobiografischen Daten, die Becker später über seinen Vater erfahren hat, geprägt. Der Autor, der selber im Getto von Lodz einen Teil seiner Kindheit verbrachte, wie auch in den Konzentrationslagern Ravensbrück und Sachsenhausen, konnte durch dieses Werk sein weiteres Leben als freier Schriftsteller verbringen. Das Buch wurde in etwa 12 Sprachen übersetzt. Jurek Becker hat eigentlich sein genaues Geburtsdatum nie gewußt. Seinen Vater traf er erst nach dem Krieg wieder. Bei Jureks Geburt hatte der Vater, bevor sie getrennt wurden, seinen Sohn den deutschen gegenüber älter gemacht als er in Wirklichkeit war. Vielleicht ein Jahr, vielleicht zwei Jahre, denn ältere Kinder wurden von den Deutschen zur Arbeit herangestellt. Das konnte ihnen das Leben retten. Nach dem Krieg konnte sich der Vater nicht mehr an das genaue Datum erinnern. Deswegen wurde ein willkürliches Datum in Jureks Paß eingeführt. "Jakob der Lügner", in erster Linie als Filmszenario gedacht, wurde tatsächlich auch verfilmt. Nach dem Krieg wohnte Jurek Becker in Ost-Berlin und lernte dann erst die deutsche Sprache. 1976 verließ er die DDR und er lebte seitdem in West-Berlin. Der Autor hat auch bekannte Fernsehreihen wie z.B. "Liebling Kreuzberg" geschrieben, eine Serie, die noch regelmäßig wiederholt wird. Er schrieb noch weitere Romane, Erzählungen und Filmskripts.
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